Die Technik beim Bogenschießen 

Ägypten  (1400 v.Chr.)

Bogenbau ist eine alte Kulturtechnik. Schon unsere Vorfahren in der Steinzeit benutzten Pfeile und Bogen aus Holz und Horn und haben sich über Fehlschüsse wegen des Materials geärgert.

Am Ärgern hat sich bis heute nichts geändert, obwohl das Material wesentlich besser geworden ist.

Was sagt uns das? Offensichtlich liegt es meist NICHT am Bogen, sondern am Schützen, wenn die Wildsau weiter rennt oder das Gold in Scheibenmitte nicht angekratzt ist.

Bogentypen

Beim Bogenschießen gibt es viele verschiedene Stile und Richtungen. So kann jeder etwas finden, bei dem er sich wohlfühlt.
Es gibt dabei bei den Bogenarten folgende Hauptrichtungen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Langbogen, Blankbogen, Reiterbogen, .....

Blankbogenreiterbogen

Die Urformen des Bogens: fließend geschwungen, keine Anbauteile wie Stabilisatoren oder Zielhilfen.

Es gibt sie in unteilbarer sowie - leichter zu transportieren – in zerlegbarer Ausführung.

Material ist größtenteils Holz, Leder und Horn, häufig in aufwendiger Handverarbeitung hergestellt und verziert. Kunststoffe wie Plastik oder GFK am Bogen sind dem echten Blankbogenschützen ein Greuel und entsprechend selten.

Die Pfeile werden meist auch aufwendig aus Holz gefertigt und mit echten Federn befiedert. Sie sehen zwar toll aus, leider sind sie aber auch wesentlich weniger haltbar.

 

 

Olympischer FITA Recurve-Bogen

recurvebogen
© Deutscher Schützenbund e.V.

Die technische Weiterentwicklung:

verschiedene mechanische Zusatzteile sind erlaubt und werden auch meist verwendet. Die Sehne wird mit den Fingern gehalten.

Im Unterschied zum Compound-Bogen hat ein Recurve-Bogen keine Kraftübersetzung und keine Zugentlastung, je weiter die Sehne nach hinten gezogen wird desto höher wird die benötigte Haltekraft.

Compound-Bogen

compound
© Deutscher Schützenbund e.V.

Die technisch aufwendigste Form:

hier muss der Schütze bei ausgezogenem Pfeil nicht die ganze Zugkraft halten. Eine Übersetzung mit exzentrisch gelagerten Rollen im Bogen reduziert die Haltekraft bei komplett ausgezogenem Bogen auf ca. 30-50% der maximalen Zugkraft bei halb ausgezogenem Pfeil (dem sog. Gipfelgewicht).

Die Sehne wird nicht mit den Fingern gehalten, sondern per sog. Release freigegeben. Dadurch entfällt die Seitenreaktion der Sehne beim Lösen.

Auch sind Hilfen wie Wasserwaagen und bewegliche Pfeilauflagen zugelassen.

 

Durchführung und Arten des Bogenschießens

Im Bogenschießen sind unterschiedliche Wettkampfformen gebräuchlich:

Bezeichnung Beschreibung
FITA Die bekannteste Form, hierbei wird mit 3 oder 6 Pfeilen auf genau definierte Entfernungen (18 bis 90 Meter) über eine ebene freie Fläche auf aufrecht stehende Zielscheiben geschossen. Jeder Schütze wird separat gewertet, wobei zusätzlich auch Mannschaftswertungen möglich sind.
LIGA Ein Ableger der FITA beim Wettbewerb zwischen Vereinen, so richtig mit Tabellen, Ranglisten und Auf-, bzw. Abstiegskämpfen. Hierbei wird innerhalb 2 Minuten mit Mannschaften zu 3 Personen mit jeweils 2 Pfeilen auf 18 oder 30 Meter auf geschossen, und die Summe der Ringe entscheidet über Sieg oder Niederlage. Ein Sieg bringt 2, ein Unentschieden 1 und eine Niederlage leider 0 Punkte. Jeder Verein kämpft gegen jeden, Gewonnen hat, wer die meisten Punkte ergattern konnte, bei Punktgleichheit entscheiden die insgesamt in allen Begegnungen erzielten Ringe.
Feldbogen

Im Unterschied zur FITA ist die jeweilige Schussbahn beliebig in der Landschaft angeordnet, die Sicht kann durch Hindernisse wie Blätter oder Äste eingeschränkt sein, und die Ziele stehen in unbekannter Entfernung und teils mit Höhendifferenz. Ziele sind kleine schwarz-gelbe Zielscheiben. Aus der Anzahl der benötigten Pfeile bis zum ersten Treffer und der Position dieses Pfeiles ergibt sich dann die Punktezahl, maximal hat man 3 Versuche pro Ziel.

Jagd- oder 3D-Schießen Ähnlich dem Feldbogen, mit dem Unterschied, dass alternativ zu Zielscheiben Tierfiguren aus Schaumstoff oder Tafeln mit Tierabbildern verwendet werden. Es ist eine Entsprechung zur (in Deutschland verbotenen) Jagd mit Pfeil und Bogen. Je nach Anzahl der benötigten Pfeile (maximal 3) und der Trefferlage werden Punkte vergeben.
Kyudo

Kyudo heißt das traditionelle japanische Bogenschießen, welches auf der alten Kriegstechnik der Samurai gründet und sich unter dem Einfluss des Zen-Buddhismus zu einer Kunstform entwickelte. Sowohl die Bauart des Bogens (stark asymetrisch), als auch die Technik des Schießens unterscheidet sich grundsätzlich von westlichen Formen des Bogenschießens.

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